KI-Tools fürs wissenschaftliche Arbeiten: die DFG-Regeln
Für wissenschaftliches Arbeiten in Deutschland gilt seit der DFG-Stellungnahme vom 21. September 2023 ein klarer Rahmen: Einsatz generativer Modelle ist erlaubt, muss aber offengelegt werden, Autorschaft bleibt natürlichen Personen vorbehalten, und in Gutachten ist der Einsatz untersagt. Dieser Leitfaden übersetzt das in konkrete Arbeitsschritte.
Vom Team von KI Tools Heute
Die Suchergebnisse zu diesem Thema gehören überwiegend Ghostwriting-Anbietern, also Firmen, die vom Gegenteil sauberer Arbeit leben. Deshalb steht hier zuerst der Rahmen, den die Wissenschaft selbst gesetzt hat, und danach die Werkzeuge, die innerhalb dieses Rahmens tatsächlich Zeit sparen.
Was die DFG festgelegt hat
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat am 21. September 2023 eine Stellungnahme ihres Präsidiums zum Umgang mit generativen Modellen veröffentlicht. Drei Punkte daraus sind für die tägliche Arbeit bindend: Der Einsatz soll nicht ausgeschlossen werden, weil er Chancen bietet. Forschende sollen in Veröffentlichungen offenlegen, ob und in welchem Umfang sie generative Modelle eingesetzt haben, also welches Modell zu welchem Zweck und in welchem Umfang. Und als Autorinnen oder Autoren dürfen ausschließlich natürliche Personen auftreten.
Für das Fördergeschehen der DFG gilt zusätzlich: In Anträgen ist der Einsatz im Rahmen dieser Standards erlaubt, in Gutachten wegen der Vertraulichkeit nicht.
Wie eine Offenlegung konkret aussieht
Nicht als pauschaler Satz im Vorwort, sondern als Angabe mit drei Bestandteilen: welches Modell in welcher Version, für welchen Arbeitsschritt, in welchem Umfang. „Zur sprachlichen Überarbeitung des Diskussionsteils“ ist eine Offenlegung. „Es wurde KI verwendet“ ist keine.
Prüfe zusätzlich die Regeln deiner Hochschule und deines Zielverlags, denn beide können strenger sein als die DFG, und beide entscheiden im Zweifel über die Annahme deiner Arbeit.
Wo Werkzeuge wirklich Zeit sparen
- Literaturerschließung: viele Volltexte auf eine präzise Frage hin durchsuchen, statt Abstracts zu überfliegen. Jede Fundstelle danach im Original nachlesen.
- Strukturarbeit: Gliederungen gegenlesen lassen und auf Lücken in der Argumentation prüfen.
- Datenaufbereitung: Tabellen umformen, Codebücher entwerfen, Auswertungsskripte skizzieren.
- Sprachliche Überarbeitung, besonders beim Schreiben in einer Fremdsprache. Das ist der am wenigsten strittige Einsatz überhaupt.
Die Belegfalle
Der häufigste schwere Fehler ist nicht das Schreibenlassen, sondern das Übernehmen erfundener Quellen. Generative Modelle erzeugen plausible Literaturangaben mit korrekt aussehenden Namen, Jahren und Zeitschriften, die es nicht gibt. In einer Prüfungsarbeit ist eine erfundene Quelle ein Täuschungsversuch, unabhängig davon, ob du sie erfunden hast.
Die einzige belastbare Regel lautet: Keine Angabe wandert in dein Verzeichnis, die du nicht über DOI, Katalog oder Volltext selbst geöffnet hast.
Datenschutz bei unveröffentlichten Daten
Forschungsdaten mit Personenbezug, Interviewtranskripte und noch nicht veröffentlichte Manuskripte gehören nicht in ein Konto ohne Auftragsverarbeitungsvertrag. Bei Interviews kommt die Frage der Aufzeichnung hinzu, die in Deutschland auch strafrechtlich relevant ist.
Das ist eine redaktionelle Einordnung und keine Rechtsberatung. Alle Rechtsstände in diesem Text sind am 28. Juli 2026 geprüft worden; Gesetzeslage und Anbieterpraxis ändern sich.